Das Dorf in Bild und Wort

von Marie Stiefel (Illustrationen) und Olav Rau (Verse), verlegt bei Theo Stroefer, Nürnberg.
Seltene erste Ausgabe. Hervorragendes Bilderbuch mit 12 Farblithografien der Schweizer Künstlerin Marie Stiefel (1879-1962). „eines der schönsten Beispiele Schweizer Heimatkunst“ (Bilderwelt). „In ihrem Bilderbuch „Das Dorf“ wechseln stimmungsvolle Landschaftsbilder mit informativen, sachbuchartigen Ansichten von verschiedenen Bereichen eines Bauernhofs. Die sorgfältige Ausstattung, vom schön gestalteten Vorsatzblatt über den Titel und die mit Ornamenten und Vignetten geschmückten Zwischenseiten bis hin zu den eindrucksvollen Farbtafeln, machen das Buch zu einem besonders schönen Beispiel des Künstlerbilderbuchs. (Rutschmann, Schweiz, S. 75)“.

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D Maiandacht

 Mundartversion der Geschichte von Markus Husy und Heinz Hodel
Äntlige si si verby gsi, die trüebe, chüele Aprilletääg. Der Wonnemoned Mai hed agfange und dermit isch zgrächtem der Früelig choo. I allne Gärte hei d Meieriesli, d Tulpe und der Flider blüeit und d Obschtbäum uf de saftig grüene Matte hei sich i ihrer schönschte Bluescht darbotte. D Vögel hei gsunge und zwitschered i de höchschte Tööne und im Baan hed der Gugger nid welle ufhööre rüefe.

Vor es paar Hüüser won es hübsches Meitschi zwänzgi worden isch und ufem Dorfplatz si Maitannli gstande, d Dolder mid bunte Sydebändeli gschmückt.  D Stäcklibuebe hei si i der Nacht dört uufgstellt. So hed me früener de Chnabe gseit, wo volljährig worde si und si hei müese go stelle für s Militär.

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Luftaufnahmen vom alten Wangen

Wangen bei Olten

Wangen bei Olten 1958 – copyright ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Stiftung Luftbild Schweiz / Fotograf: Friedli, Werner / LBS_H1-021744 / CC BY-SA 4.0

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Luftaufnahme 1954 von Wolfwil. Im Hintergrund das Mittel- und Berggäu. Ganz hinten rechts Wangen. Copyright: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Stiftung Luftbild Schweiz / Fotograf: Friedli, Werner / LBS_H1-016903 / CC BY-SA 4.0

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Wangen bei Olten 1953 – copyright ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Stiftung Luftbild Schweiz / Fotograf: Friedli, Werner / LBS H1-014780 / CC BY-S

Wangen bei Olten

Wangen bei Olten 1948 – copyright ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Stiftung Luftbild Schweiz / Fotograf: Friedli, Werner / LBS_H1-011214 / CC BY-SA 4.0

Wangen bei Olten

Wangen bei Olten 1948 – Copyright ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Stiftung Luftbild Schweiz / Fotograf: Friedli, Werner / LBS_H1-011213 / CC BY-SA 4.0

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Wangen bei Olten 1947 – copyright ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Stiftung Luftbild Schweiz / Fotograf: Friedli, Werner / LBS_H1-010269 / CC BY-SA 4.0

Wangen bei Olten

Wangen bei Olten ca. 1935 – copyright ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: Unbekannt / Ans_10904 / Public Domain Mark

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Wangen bei Olten 1924 – copyright ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Stiftung Luftbild Schweiz / Fotograf: Mittelholzer, Walter / LBS MH01-004055

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Wangen bei Olten 1924 – copyright ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Stiftung Luftbild Schweiz / Fotograf: Mittelholzer Walter / LBS_MH01-004056 /Public Domain Mark

Es wienachted

S hed scho am Föifi afo feischtere am sächste Dezämber zoobe – em Samichlaustag. Im Soussol vom Wangner Chindergarte hei sich öppen es Dotze jungi Manne nach em Füroobe zu Chläus und Schmutzli gwandled. D Chläus hei längi rooti Gwänder mit goudige Säum agleit und e wyssi Perügge ufgesetzt. Ihri Gsichter hei si vorhär gschminkt und zlescht no Schnöuz und e längi wyssi Bärt akläbt.  I einere Hand hei si e länge Staab mittreit. I der andere es dicks auts Buech. D Schmutzli dergäge hei e dunkubruune Burnuss midere Kapuze übere d Chittu zoge, s Gsicht hei si mid abrönnte Fläschezapfe dunku agmooled. Keis Chind hed derno no chöne dra zwyfle, dass die zwo Gschtaute nid öppen ächt wääre und us em töife Wald chiemte. Ufeme grosse Tisch si ne Huuffe bruuni Papyrseck parat glääge, gföut mit luuter guete Sache: eme Grittibänz, eme Schoggistängeli und zwöi Mandarinli. Es paar Spanisch Nüssli und e döörti Fyge heds au i däm Sack gha. Die hei d Schmutzli i grosse Jutesäck verstoued und au no nes paar hasligi Ruete drygsteckt und derno das Bagaschi vougstopft über d Schultere gschwunge.

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s Churi

Eigetli hed si Karin gheisse. Aber alli im Dorf heinere Churi gseit. Wie si zu däm Übername choo isch hed si äuwä sälber nid gwüsst. Aber irgendwie hed er passt zu däm tolle Meitschi mid em burschikose Bubischnitt. Si isch eini vo der chlynere Sorte gse – hed kei Figuur gha wien es Fotimodäll. Au glouffe isch si nid so elegant, mid zgrosse Schritt und uswäiende Arme. Aber es Gsicht hed si gha zum drybisse midere Huut wie nes ryfs Ziperli: mid glänzige Rehouge, eme Näsli wie d Silvie Vartan, gspickt mid neckische Loubfläcke. Derzue es gwünnends, natürlechs Lache.  Eisder gchäferig und hälluuf, so hed me si könnt! Däwä hed ihres hübsche Gsüün und ufgstellte Wäse ihri chlyne Makel meh als wettgmacht. Kei Wunder, isch si d Troumfrou vo mängem Burscht gsi zäntume im Dorf. Aber chuum eine hed sich gwogt si azhoue. Worum au? Vilecht isch de Giele ihres Uufträtte zsälbschtbewusst gsi? Vilecht hei si drum dänkt, e Hiesige chiem bi ihre sowieso nid id Kränz.

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Zwöi gföhrlechi Pfadilagererläbnis

pfadiMir heis ame schier nid chöne erplange, s Sommerlager vo der Wangner Pfadi. Zu sälber Zyt heds für mängs Chind ekei anderi Ferie gäh ewägg vo deheime, als öppe nes Schuel- oder Vereinslager. Für deini, wo der Vater chly meh verdient hed, vlecht es paar Tääg is Tessin, ufe Haslibärg oder süsch neume häre i der Schwyz.
Vo Ferie im Ussland hei mer nur chöne troume. Das isch sälmol nur für die mehbessere Lüüt gsi. Drum hei mir Pfader öis so gfreut ufs zwöiwöchige Sommerlager. Vo villne schöne und unvergässliche Lagererläbnis mani mi bsunders guet no a zwöi erinnere. Wohl drum, will s eigentli beed läbesgföhrli gsi si, was mir Buebe aber i öiser jugedliche Arglosigkeit meh als es Abentüür erläbt hei.

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